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Ausgabe Nr. 43 - 10. Jahrgang
Donnerstag, 2. Februar 2012
Erscheinungsweise wöchentlich donnerstags in

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Lebensretter für Ekrem Konuk gesucht - Bürgermeister Lotz übernimmt Schirmherrschaft

Manderbacher leidet an Blutkrebs - Typisierungsaktion am 5. Februar

Manderbach. Vor etwa zweieinhalb Monaten erfuhr Ekrem Konuk die erschütternde Diagnose: „Sie haben Leukämie", mussten die Mediziner dem 42-jährigen Vater zweier Kinder mitteilen. Seitdem ist im Leben der Familie aus Manderbach nichts mehr, wie es vorher war. Da es sich bei der Form der Erkrankung, unter der Ekrem Konuk leidet, um eine aggressive Form des Blutkrebses handelt, benötigt er dringend eine Knochenmark- und Stammzelltransplantation.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) rufen Freunde und Verwandte des Manderbachers daher für Sonntag (5. Februar) zur Teilnahme an einer Typisierungsaktion in der Dillenburger Stadthalle auf.Zwar enthält die Datei der DKMS bereits über 2,5 Millionen potenzieller Knochenmark- und Stammzellspender. Ein genetischer Zwilling, dessen Gewebemerkmale auf den 42-jährigen Manderbacher zutreffen und der dem bei der Sechsheldener Firma „TEKA" beschäftigten Arbeiter lebensrettend helfen könnte, ist jedoch nicht dabei. „Da auch die Chemotherapie nicht anschlägt, wäre Ekrems Lebensdauer, wenn kein passender Spender mehr gefunden würde, unweigerlich auf wenige Monate begrenzt", berichtet Ömer Yalcin. Der Industriemechaniker aus Dillenburg ist einer der vier Initiatoren der Typisierungsaktion am ersten Februar-Sonntag in der „guten Stube" der Oranienstadt. Jedem Spender und jeder Spenderin, die an diesem Tag zwischen 11 und 17 Uhr den Weg in die Dillenburger Stadthalle finden, werden fünf Milliliter Blut abgenommen, die dazu dienen, die Gewebemerkmale der jeweiligen Person zu bestimmen. In Ausnahmefällen kann die Ersttypisierung auch mit Hilfe eines Wangen-abstrichs erfolgen. Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale eines Spenders analysiert. Je detaillierter die Gewebemerkmale eines Spenders vorliegen, desto schneller kann überprüft werden, ob er oder sie für den Erkrankten zum Lebensretter werden kann.

So genannte Lebensspender können grundsätzlich alle Menschen werden, die zwischen 18 und 55 Jahren alt und in gesunder körperlicher Verfassung sind. Zwar sei man sich, so räumt Ömer Yalcin (45) ein, bewusst, dass „die Wahrscheinlichkeit einen Spender zu finden, der Ekrem Konuk helfen kann, 1:1 000 000 beträgt." Andererseits wollen er sowie die Mitinitiatoren Cahit, Sahin und Pinar Konuk alles daran setzen, damit dem erkrankten Manderbacher doch noch geholfen werden kann. Zurzeit ist Yalcin, selbst gebürtiger Dillenburger, bemüht, Unterstützer und Sponsoren für die Typisierungsaktion zu suchen.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, die in Tübingen und Köln rund 150 Menschen beschäftigt, arbeitet bei den Typisierungen mit nationalen und internationalen Laboren zusammen. Die Kosten einer Registrierung betragen etwa 50 Euro. Die Ausgaben, die bei der Ersttypisierung anfallen, werden oft von den Spendern selbst übernommen. Aus Gründen der Sozialgesetzgebung ist es den Krankenkassen nicht möglich, die Kosten der Ersttypisierung zu tragen. Um die Zahl derer zu erhöhen, die am 5. Februar den Weg in die Stadthalle finden, sucht das Quartett um Ömer Yalcin zurzeit händeringend Sponsoren, die als Paten für die Spendenwilligen auftreten. Der erste Eindruck des Dillenburger Industriemechanikers: „Die Welle der Hilfsbereitschaft, die uns zurzeit bei unseren Besuchen in heimischen Unternehmen entgegenschlägt, ist beachtlich."

An die Spitze derer, die die geplante Typisierungsaktion unterstützen, hat sich Bürgermeister Michael Lotz gestellt. „Er hat die Schirmherrschaft übernommen", freut sich Yalcin. Mit seinem Schritt unterstütze das Stadtoberhaupt auch das Vorhaben der Initiatoren, klar zu stellen, dass es sich bei der Hilfsaktion „um eine nationen- und religionsübergreifende Initiative handeln soll". Aus diesem Grund soll die Typisierungsaktion auch zugunsten eines 7-jährigen Mädchens aus Burg und einer jungen Mutter (26) aus Driedorf durchgeführt werden, die ebenfalls unter Leukämie leiden. „Leukämie ist die einzige Krebsform, bei der andere dem Erkrankten durch eine Knochenmark- und Stammzellspende direkt helfen können", erläutert Ömer Yalcin. Daher hoffen er und die Mitinitiatoren, dass am 5. Februar „weit über 1 000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Weg in die Stadthalle finden werden". Für den Fall, dass zu wenige Sponsoren als Paten die Kosten für die Spendenwilligen übernehmen, hat die Deutsche Knochenmarkspender-Datei bereits ihre finanzielle Unterstützung signalisiert. Apropos Hilfe: Schon in der ersten Woche der Vorbereitung haben Ömer Yalcin sowie Cahit, Sahin und Pinar Konuk weit über 60 Freiwillige rekrutiert, die die Aktion am 5. Februar vor Ort professionell als Schwestern- und Arzthelfer oder ehrenamtlich (zum Beispiel bei der Datenerfassung) unterstützen werden.

Allein die Vitos-Klinik in Herborn wird am ersten Februar-Sonntag mit zehn Krankenschwestern in der Dillenburger Stadthalle vertreten sein. Sollte bei allem Engagement im schlimmsten aller Fälle kein genetischer Zwilling für den erkrankten Manderbacher, das siebenjährige Mädchen aus Burg und die 26-jährige Mutter aus Driedorf gefunden werden, wäre der Einsatz Ömer Yalcins und seiner Mitstreiter dennoch nicht umsonst gewesen. Der 45-jährige Dillenburger abschließend: „Wenn wir mit unserer Typisierungaktion und die so erreichte Erweiterung der DKMS-Datei durch weitere potenzielle Lebensretter ein oder zwei anderen Menschen im In- und Ausland helfen könnten, wäre viel erreicht."

Kontakt und weitere Informationen: Ömer Yalcin, (02771) 24306, Handy 0177 677 5999.

Leidet an Blutkrebs und benötigt eine lebensrettende Knochenmark- und Stammzelltransplantation: Ekrem Konuk (42) aus Manderbach. Die Typisierungsaktion läuft am Sonntag in Dillenburg.