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| Unbegreiflich
Icl weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe Dillenburgerinnen und Dillenburger, aber
manche Dinge machen mich manchmal fast sprachlos. Es gibt ja Dinge, über die man sich erst
einmal gar keine Gedanken macht. Dinge, die man als gesetzt nimmt, die einfach
selbstverständlich dazu gehören. Als Dillenburger, der hier geboren wurde und aufgewachsen ist, gehören
die Stahlwerke schon immer zu dieser Stadt. Ich kenne es eben nicht anders, sie waren da als
ich das Bild der Stadt erstmals in mich aufnahm. Der hohe Turm, die langgestreckten Gebäude,
die Stromversorgung all` das sind Bestandteile einer gewachsenen Struktur. Einer Struktur, die
zwar Arbeitsplatz ist aber dennoch auch Menschen ein Umfeld bietet und Lebensgrundlage.
Eine Struktur, die eine eigene Geschichte hat. Jede der großen Anlagen dort, jedes Gebäude und
vor allen Dingen: unzählige Geschichten, die die Menschen dort haben oder sie betreffen. Kaum
zu glauben, dass jemand daher kommt und soviel Geld hat das einfach zu kaufen. Nicht nur
unser Werk sondern auch noch andere und größere. Unvorstellbar auch, dass der Erfolg und
die Leistung derjenigen, die das aufgebaut haben und heute dort arbeiten eigentlich in
diesem Zusammenhang nur wenig bedeutet. Unvorstellbar, dass man das einfach schließen könnte.
Weil das alles so ist, lohnt es dafür einzustehen und dafür zu kämpfen. Weil diese Menschen
zu unserer Stadt und der Region gehören steht Dillenburg an ihrer Seite moralisch und sofern
wir etwas tun können. Wir alle sind aufgerufen an dem Schicksal dieses wichtigen Teiles
unserer Stadt Anteil zu nehmen, uns einzubringen und den betroffenen Menschen dadurch Kraft
und Mut zu geben. Dillenburg will sein Stahlwerk behalten!
Ihr
Michael Lotz
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